Die Generation Z begegnet freien Werkstätten als Kundschaft und als potenzieller Nachwuchs. Pauschale Erwartungen helfen Betrieben dabei wenig. Entscheidend sind konkrete Kontaktpunkte: Wie leicht ist die Werkstatt erreichbar, wie verständlich erklärt sie einen Befund und welchen Einblick gibt sie in Ausbildung und technische Arbeitsabläufe? Digitale Werkzeuge können dabei Abläufe vereinfachen und Informationen besser zugänglich machen.

Wer über die Generation Z spricht, sollte vorsichtig mit pauschalen Erwartungen umgehen. Nicht jeder junge Mensch möchte ausschließlich per App kommunizieren oder arbeitet automatisch lieber mit digitalen Werkzeugen. Alter allein erklärt keine Kundenentscheidung und keine Berufswahl.

 

Dennoch gibt es Entwicklungen, auf die sich Werkstätten einstellen sollten. Menschen, die heute eine Ausbildung beginnen oder als junge Erwachsene ihr erstes eigenes Fahrzeug unterhalten, wachsen mit digitalen Terminbuchungen, Messengern und unmittelbaren Rückmeldungen auf. Sie vergleichen Angebote und erwarten häufig, dass Informationen leicht zugänglich sind. Für Werkstätten ist das kein Auftrag, den persönlichen Kontakt abzuschaffen. Es ist ein Hinweis darauf, digitale Abläufe dort einzusetzen, wo sie Klarheit und Zeitgewinn schaffen.

 

Der erste Eindruck entsteht vor dem Werkstatttor

Für den Kontakt mit der Werkstatt bedeutet das zunächst etwas sehr Konkretes: Junge Kunden möchten Anliegen einfach platzieren, etwa durch eine digitale Terminanfrage. Laut einer DEKRA- und Ipsos-Befragung von 1.000 Fahrzeughaltern aus dem Jahr 2025 wünschen sich rund zwei Drittel der Befragten eine Online-Terminvereinbarung. Gleichzeitig bevorzugen 63 Prozent für erste Anfragen den persönlichen oder telefonischen Kontakt. Diese Zahlen beziehen sich nicht ausschließlich auf Gen Z, sie zeigen aber, warum Werkstätten digitale und persönliche Kommunikation zusammen denken sollten. Ein Messenger kann eine Anfrage beschleunigen. Die fachliche Erklärung durch einen Menschen bleibt trotzdem wichtig.

 

Auch im weiteren Kontakt zählt Orientierung. Wenn eine Reparatur notwendig ist, wollen Kunden wissen, worauf die Empfehlung beruht und welche Entscheidung als Nächstes ansteht. Gerade jüngere Fahrzeughalter recherchieren selbst und vergleichen Aussagen. Eine klare, nachvollziehbare Antwort ist hier unverzichtbar.

 

Bewerber wollen wissen, worauf sie sich einlassen

Nicht nur als Kunden, sondern auch als Bewerber rücken Menschen aus der Gen Z für Werkstätten in den Fokus. Es beginnt schon bei der Stellenanzeige. Sie prägt den ersten Eindruck vom Ausbildungsbetrieb. Begriffe wie „teamfähig“ oder „motiviert“ sagen wenig über die Aufgaben im Alltag aus. Besser ist, konkrete Tätigkeiten und die Zusammenarbeit im Betrieb zu beschreiben.

 

Freie Werkstätten sollten deshalb klar kommunizieren, was Auszubildende im ersten Jahr tatsächlich tun, welche Aufgaben später hinzukommen und wer als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Auch Arbeitszeiten, Berufsschule, Vergütung und Übernahme sollten schon in der Anzeige stehen. Junge Menschen wollen wissen, was sie in einem Beruf konkret tun, wie sie sich entwickeln und welche Rolle Technik im Arbeitsalltag spielt.

 

Hinzu kommt die Frage, welche digitalen Aufgaben die Ausbildung enthält. Laut Bitkom profitieren 54 Prozent der Handwerksbetriebe von den Digitalkenntnissen ihrer Auszubildenden. Werkstätten können hier zeigen, wo digitale Werkzeuge im Alltag zum Einsatz kommen und wie Auszubildende ihre Kenntnisse unter fachlicher Anleitung einbringen.

 

Technik muss im Alltag erkennbar sein

Bewerber möchten sich vorstellen können, womit sie im Betrieb arbeiten und was sie dabei lernen. Werkstätten können darauf eingehen, indem sie in Stellenanzeige oder Bewerbungsgespräch typische Diagnoseabläufe und die eingesetzten Systeme zeigen. Auch Kunden profitieren davon, weil der Befund am konkreten Fahrzeug belegt und erklärt wird.

 

Eine Telematiklösung wie vjumi kann dabei als Beispiel dienen. Sie übermittelt Fahrzeugdaten über OBD2 an die Werkstatt. Die Daten selbst sind noch keine Diagnose. Eine Fachkraft prüft sie, ordnet sie ein und erklärt dem Kunden, was sie für den Befund bedeuten. So wird für Kunden der Nutzen im Service greifbar und Bewerber sehen, wie vernetzte Technik den Werkstattalltag prägt. Auszubildende erleben dadurch, dass ihre Arbeit nicht an der Hebebühne endet. Sie lernen, technische Informationen auf Basis digitaler Tools zu prüfen, Zusammenhänge zu verstehen und an der Kundenkommunikation mitzuwirken.

 

Was Werkstätten daraus ableiten können

Gen Z erwartet von freien Werkstätten keine Sonderbehandlung. Aber sie macht sichtbar, was für Kunden und Mitarbeitende grundsätzlich zählt: gute Erreichbarkeit, verständliche Abläufe und ein Arbeitsplatz, an dem Technik sinnvoll eingesetzt wird. Die Aufgabe der Werkstatt besteht deshalb nicht darin, jedem Trend zu folgen. Sie muss zeigen, wie ihr Beruf und ihr Service heute funktionieren. Die eigentliche Wirkung entsteht dort, wo ein Betrieb digitale Möglichkeiten mit fachlicher Anleitung und persönlicher Verantwortung verbindet.

Stephan Westbrock

Geschäftsführer der d-amp GmbH
Stephan Westbrock ist seit 2020 Geschäftsführer der d-amp GmbH. Sein Know-how im Bereich digitaler Mobilitätslösungen sowie die jahrzehntelange Erfahrung im Aftermarket machen ihn zu einem angesehenen Branchenexperten.
vjumi: Drive. Care. Connect.
vjumi ist die erste Telematiklösung, die freie Werkstätten in Echtzeit mit den Fahrzeugdaten ihrer Kunden versorgt. Mit der App können Werkstattkunden ihre Fahrzeugdaten selbst beobachten und Servicetermine abstimmen. Entwickelt wurde vjumi von der d-amp GmbH, einem Spezialisten für digitale Mobilitätslösungen.
Nimm Kontakt auf
close
zoom-in zoom-out